Potsdam Oralchirurgie | Dr. med. dent. Zsusza Dudás

Knochenaufbau

Wenn für ein Implantat Knochen fehlt

Ein Zahnimplantat benötigt eine stabile Grundlage im Kiefer. Ist nicht genügend Knochen vorhanden, kann ein Knochenaufbau die Voraussetzungen für eine Implantation verbessern.

Welche Methode sinnvoll ist, hängt davon ab, wo und in welchem Umfang Knochen fehlt.

Darstellung verschiedener Verfahren zum Knochenaufbau im Kiefer
Grundlage für Implantate

Was bedeutet Knochenaufbau?

Wenn eigenes, vitales Gewebe übertragen wird, spricht man von einer Transplantation. Werden andere Materialien eingebracht, spricht man von einer Implantation.

Für den Knochenaufbau können je nach Ausgangssituation körpereigener Knochen, Knochenersatzmaterialien oder Kombinationen verschiedener Materialien eingesetzt werden.

Ziel ist immer, ausreichend stabile Knochensubstanz für die geplante Behandlung zu schaffen.

Anwendungsbereiche

Wann kann ein Knochenaufbau notwendig sein?

Ein Knochenaufbau kann in verschiedenen Situationen sinnvoll oder notwendig werden.

  • Vor einer Implantation: wenn Knochenhöhe oder Knochenbreite nicht ausreichen
  • Im Oberkiefer: zum Beispiel bei einer Sinusbodenaugmentation beziehungsweise einem Sinuslift
  • Am Kieferkamm: bei horizontalen oder vertikalen Knochendefekten
  • Nach Zahnentfernung: zur Stabilisierung beziehungsweise zum Erhalt des Kieferkamms
  • Bei parodontalen Defekten: wenn knöcherne Strukturen durch Erkrankungen verloren gegangen sind
  • Nach Zysten oder anderen Eingriffen: wenn größere knöcherne Defekte verbleiben
Materialien

Welche Materialien kommen infrage?

Je nach Befund können unterschiedliche Materialien für den Knochenaufbau eingesetzt werden.

  • Körpereigener Knochen: zum Beispiel aus unbezahnten Kieferabschnitten oder aus Bereichen hinter den Weisheitszähnen
  • Knochenersatzmaterialien: Materialien tierischen Ursprungs können als Leitschiene für neu einwachsenden Knochen dienen
  • Alloplastische Materialien: beispielsweise Kalziumphosphat- oder Glaskeramiken
  • Membranen und Kombinationen: zur Abdeckung, Stabilisierung und Unterstützung der Regeneration

Welche Variante geeignet ist, lässt sich erst nach Untersuchung und Diagnostik beurteilen.

Präzise Planung

Erst untersuchen, dann entscheiden

Vor einem Knochenaufbau wird geprüft, wie viel Knochen vorhanden ist, wo Knochen fehlt und welche anatomischen Strukturen berücksichtigt werden müssen.

Bei komplexeren Situationen kann eine digitale Volumentomographie (DVT) helfen, das Knochenangebot dreidimensional zu beurteilen.

Erst danach lässt sich entscheiden, ob ein Knochenaufbau notwendig ist und welches Verfahren für die individuelle Situation geeignet ist.

Komplexe Knochendefekte

Individuell gefertigte Titangitter im 3D-Druck

Bei ausgeprägten horizontalen oder vertikalen Knochendefekten kann die sogenannte Customized Bone Regeneration (CBR®) eine Behandlungsmöglichkeit darstellen.

Dabei werden individuell geplante Titangitter eingesetzt, um den gewünschten Knochenaufbau gezielt zu unterstützen.

Ziel ist eine stabile Grundlage für eine spätere Implantatversorgung, ohne in jedem Fall zusätzliche größere Knochenblocktransplantate einsetzen zu müssen.

Knochenaufbau mit Knochenersatzmaterial im Kiefer
Weiterbehandlung

Knochenaufbau als Vorbereitung für Implantate

Ein Knochenaufbau ist häufig kein Selbstzweck, sondern schafft die Grundlage für eine spätere Implantatversorgung .

Je nach Ausgangssituation kann der Knochenaufbau gemeinsam mit der Implantation erfolgen oder zunächst als eigener Behandlungsschritt durchgeführt werden.

Ausführliche Informationen finden Sie in unseren Ratgeberbeiträgen „Knochenaufbau vor Implantaten – wann ist er notwendig?“ und „Implantate trotz wenig Knochen – welche Möglichkeiten gibt es?“ .

Wundheilung

Unterstützung der Heilung mit PRF

Bei bestimmten Eingriffen kann zusätzlich PRF eingesetzt werden.

Dabei handelt es sich um ein aus dem eigenen Blut gewonnenes Fibrinkonzentrat, das die natürlichen Heilungsprozesse und die Regeneration des Gewebes unterstützen kann.

Mehr dazu erfahren Sie auch im Ratgeberbeitrag „PRF in der Oralchirurgie“ .

Behandlung in Ruhe

Wenn Sie Sorge vor dem Eingriff haben

Ein Knochenaufbau wird in der Regel unter örtlicher Betäubung durchgeführt. Wenn Sie vor einem chirurgischen Eingriff besonders angespannt sind, können zusätzliche Möglichkeiten zur Beruhigung oder Sedierung besprochen werden.

Mehr dazu finden Sie auf unserer Seite Angst vorm Zahnarzt .

Individuelle Planung

Ist bei Ihnen ein Knochenaufbau notwendig?

Das lässt sich erst nach einer Untersuchung zuverlässig beurteilen. Wir prüfen das vorhandene Knochenangebot und besprechen mit Ihnen, welche Möglichkeiten für Ihre Situation infrage kommen.