Potsdam Oralchirurgie | Dr. med. dent. Zsuzsa Dudás

Sofortimplantation – wann ist sie möglich und für wen geeignet?


Wenn ein Zahn nicht mehr erhalten werden kann, wünschen sich viele Patientinnen und Patienten eine möglichst schnelle Lösung: Kann der Zahn entfernt und direkt an derselben Stelle ein Implantat eingesetzt werden?

In bestimmten Situationen ist genau das möglich. Man spricht dann von einer Sofortimplantation. Das Implantat wird unmittelbar nach der Entfernung des Zahnes in das vorhandene Zahnfach eingesetzt.

Das kann Behandlungsschritte verkürzen und bedeutet, dass das vorhandene Knochenangebot direkt für die Implantation genutzt werden kann. Eine Sofortimplantation ist jedoch nicht automatisch die beste Lösung und auch nicht bei jedem Zahn oder jeder Ausgangssituation möglich.

Entscheidend ist deshalb eine sorgfältige Untersuchung und Planung vor dem Eingriff. Mehr darüber, was vor einer Implantation geprüft wird, erfahren Sie in unserem Ratgeber „Was muss vor einem Zahnimplantat untersucht werden?“ .



Was ist eine Sofortimplantation?

Bei einer klassischen Implantatbehandlung wird ein nicht erhaltungsfähiger Zahn zunächst entfernt. Anschließend bekommt das Zahnfach Zeit zu heilen, bevor das Implantat zu einem späteren Zeitpunkt eingesetzt wird.

Bei einer Sofortimplantation geschieht beides in einer Behandlung: Der Zahn wird möglichst schonend entfernt und das Implantat unmittelbar danach in das entstandene Zahnfach eingesetzt.

Das Implantat ersetzt dabei nicht einfach den entfernten Zahn eins zu eins. Es muss so im vorhandenen Knochen positioniert werden, dass es ausreichend stabil ist und gleichzeitig eine günstige Grundlage für den späteren Zahnersatz entsteht.

Weitere Informationen zur Implantatbehandlung finden Sie unter Implantologie in der Potsdam Oralchirurgie .



Was ist der Unterschied zwischen Sofortimplantation und Sofortversorgung?

Diese beiden Begriffe werden häufig verwechselt, beschreiben aber unterschiedliche Behandlungsschritte.

Sofortimplantation bedeutet, dass das Implantat direkt nach der Entfernung des Zahnes eingesetzt wird.

Sofortversorgung beschreibt dagegen, wann das Implantat mit einem provisorischen Zahnersatz versorgt wird.

Ein Implantat kann also sofort eingesetzt werden, ohne dass es anschließend sofort mit einer sichtbaren Zahnkrone oder einer anderen Versorgung belastet wird. Umgekehrt hängt eine Sofortversorgung von weiteren Voraussetzungen ab – insbesondere davon, wie stabil das Implantat unmittelbar nach dem Einsetzen im Knochen verankert ist.

Welche Möglichkeiten es bei einer Implantation mit und ohne Sofortversorgung gibt, behandeln wir deshalb in einem eigenen Ratgeber.



Welche Vorteile kann eine Sofortimplantation haben?

Wenn die Voraussetzungen stimmen, kann eine Sofortimplantation verschiedene Vorteile bieten.

Da Zahnentfernung und Implantation in einem Eingriff kombiniert werden, kann ein zusätzlicher Operationstermin vermieden werden. Auch die gesamte Behandlungsdauer kann sich dadurch in geeigneten Fällen verkürzen.

Ein weiterer möglicher Vorteil besteht darin, dass die vorhandene Anatomie des Zahnfaches direkt für die Implantation genutzt werden kann. Gerade in ästhetisch wichtigen Bereichen kann es außerdem sinnvoll sein, bereits bei der Zahnentfernung darauf zu achten, Knochen und Weichgewebe möglichst gut zu erhalten.

Diese möglichen Vorteile gelten jedoch nur dann, wenn die Ausgangssituation eine sichere und sinnvoll positionierte Implantation zulässt. Eine schnellere Behandlung sollte deshalb niemals wichtiger sein als eine langfristig stabile Versorgung.



Wann kann eine Sofortimplantation möglich sein?

Ob ein Implantat unmittelbar nach der Zahnentfernung eingesetzt werden kann, lässt sich nicht allein anhand des betroffenen Zahnes entscheiden.

Unter anderem muss geprüft werden:

  • wie viel stabiler Kieferknochen vorhanden ist,
  • wie das Zahnfach nach der Entfernung aussieht,
  • ob die knöchernen Wände ausreichend erhalten sind,
  • ob das Implantat an der geplanten Position sicher verankert werden kann,
  • wie gesund Zahnfleisch und umliegendes Gewebe sind,
  • ob Entzündungen oder größere Defekte vorhanden sind,
  • welche spätere prothetische Versorgung geplant ist,
  • und ob individuelle gesundheitliche Risikofaktoren berücksichtigt werden müssen.

Erst aus der Gesamtheit dieser Faktoren ergibt sich, ob eine Sofortimplantation sinnvoll und verantwortbar ist.



Warum ist die Stabilität des Implantats so wichtig?

Ein frisch eingesetztes Implantat muss zunächst ausreichend fest im vorhandenen Knochen sitzen. Diese unmittelbare mechanische Verankerung wird als Primärstabilität bezeichnet.

Sie ist eine wichtige Voraussetzung dafür, dass das Implantat während der anschließenden Heilungsphase möglichst ruhig im Knochen verbleibt. In dieser Zeit wächst der Knochen an die Implantatoberfläche an.

Bei einer Sofortimplantation ist diese Primärstabilität besonders wichtig, weil das Implantat in ein Zahnfach eingesetzt wird, das unmittelbar zuvor noch eine Zahnwurzel enthalten hat. Es muss deshalb häufig in Bereichen des Knochens verankert werden, die über das ehemalige Zahnfach hinaus ausreichend Halt bieten.

Lässt sich diese Stabilität während des Eingriffs nicht sicher erreichen, kann es sinnvoller sein, auf eine Sofortimplantation zu verzichten und einen späteren Implantationszeitpunkt zu wählen.



Welche Rolle spielt der Kieferknochen?

Der Kieferknochen ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für eine Implantatbehandlung. Das Implantat muss in ausreichender Knochenmenge stabil verankert werden können.

Nach einer Zahnentfernung können sich Form und Volumen des Kieferknochens verändern. Bei einer Sofortimplantation wird deshalb bereits unmittelbar nach der Entfernung beurteilt, wie gut die vorhandenen Knochenstrukturen erhalten sind.

Sind größere knöcherne Defekte vorhanden oder reicht das Knochenangebot für eine sichere Implantatposition nicht aus, kann ein Knochenaufbau notwendig sein oder eine Implantation zu einem späteren Zeitpunkt sinnvoller werden.

Wenig Knochen bedeutet dabei nicht automatisch, dass grundsätzlich kein Implantat möglich ist. Welche Möglichkeiten bestehen können, erklären wir auch in unserem Ratgeber „Implantate trotz wenig Knochen“ .



Kann bei einer Sofortimplantation gleichzeitig Knochen aufgebaut werden?

In bestimmten Situationen kann ein Knochenaufbau gleichzeitig mit der Implantation erfolgen.

Zwischen dem eingesetzten Implantat und den Wänden des ehemaligen Zahnfaches können beispielsweise Bereiche entstehen, die je nach Ausgangssituation zusätzlich versorgt werden. Ob dafür Knochenersatzmaterial, körpereigener Knochen, eine Membran oder eine andere Methode sinnvoll ist, hängt vom jeweiligen Befund ab.

Bei größeren Defekten kann dagegen zunächst ein Knochenaufbau notwendig sein, bevor zu einem späteren Zeitpunkt implantiert wird.

Welche Vorgehensweise langfristig die günstigeren Voraussetzungen schafft, wird individuell entschieden.



Kann eine Sofortimplantation trotz Entzündung möglich sein?

Wenn ein Zahn wegen einer Entzündung entfernt werden muss, bedeutet das nicht automatisch, dass eine Sofortimplantation ausgeschlossen ist.

Entscheidend sind unter anderem das Ausmaß der Entzündung, der Zustand des umliegenden Knochens und die Frage, ob das betroffene Gewebe während des Eingriffs vollständig und sorgfältig entfernt werden kann.

Bei ausgeprägten Defekten oder ungünstigen lokalen Bedingungen kann es sinnvoller sein, das Zahnfach zunächst abheilen zu lassen.

Deshalb kann erst nach sorgfältiger Diagnostik – und manchmal endgültig erst während des Eingriffs – entschieden werden, ob die Voraussetzungen für eine Sofortimplantation tatsächlich gegeben sind.



Warum muss der Zahn möglichst schonend entfernt werden?

Für eine Sofortimplantation ist es wichtig, die vorhandenen Knochenstrukturen möglichst gut zu erhalten.

Der zu entfernende Zahn wird deshalb möglichst atraumatisch entfernt. Ziel ist es, insbesondere die dünnen knöchernen Wände des Zahnfaches und das umliegende Weichgewebe so wenig wie möglich zu beeinträchtigen.

Nach der Entfernung wird das Zahnfach sorgfältig kontrolliert und gereinigt. Erst dann lässt sich die tatsächliche Situation des Knochens zuverlässig beurteilen.



Welche Rolle spielt eine 3D-Diagnostik?

Für die Planung einer Implantation stehen unterschiedliche bildgebende Verfahren zur Verfügung. Nicht vor jeder Implantation ist automatisch eine dreidimensionale Aufnahme erforderlich.

Bei bestimmten Fragestellungen kann eine digitale Volumentomographie (DVT) jedoch zusätzliche Informationen liefern.

Damit lassen sich unter anderem Knochenangebot, anatomische Strukturen und die mögliche Implantatposition dreidimensional beurteilen. Gerade wenn die räumlichen Verhältnisse komplex sind, kann dies für die Planung hilfreich sein.

Mehr über die Möglichkeiten der dreidimensionalen Diagnostik lesen Sie in unserem Ratgeber „3D-Diagnostik in der Oralchirurgie“ .



Ist eine Sofortimplantation im sichtbaren Frontzahnbereich möglich?

Gerade nach dem Verlust eines Frontzahnes besteht häufig der Wunsch, die Zahnlücke möglichst schnell wieder zu versorgen.

Eine Sofortimplantation kann im Frontzahnbereich in geeigneten Fällen möglich sein. Hier spielen neben der Stabilität des Implantats jedoch auch die Ästhetik und der langfristige Erhalt von Zahnfleisch und Knochen eine besonders große Rolle.

Die Position des Implantats muss deshalb sehr präzise geplant werden. Schon kleine Abweichungen können später Einfluss auf die Form des Zahnfleisches und die Gestaltung der Implantatkrone haben.

Deshalb ist gerade im sichtbaren Bereich eine sorgfältige Auswahl geeigneter Fälle wichtig.



Bekommt man bei einer Sofortimplantation sofort einen festen Zahn?

Nicht unbedingt.

Dass ein Implantat sofort nach der Zahnentfernung eingesetzt wird, bedeutet nicht automatisch, dass darauf sofort eine endgültige Zahnkrone befestigt werden kann.

Je nach Stabilität des Implantats, Position, Bisssituation und geplanter Versorgung kann eine provisorische Versorgung möglich sein. Diese muss häufig so gestaltet werden, dass das Implantat während der Einheilphase möglichst wenig belastet wird.

In anderen Fällen wird die Zahnlücke zunächst anders provisorisch versorgt und der endgültige Zahnersatz erst nach abgeschlossener Einheilung hergestellt.

Die Begriffe Sofortimplantation und Sofortversorgung sollten deshalb klar voneinander getrennt werden.



Wann ist eine Sofortimplantation eher nicht sinnvoll?

Eine Sofortimplantation kann unter anderem dann ungünstig sein, wenn eine sichere Verankerung des Implantats nicht erreicht werden kann.

Das kann beispielsweise bei größeren knöchernen Defekten, ungünstigen anatomischen Verhältnissen oder ausgeprägtem Verlust tragender Knochenstrukturen der Fall sein.

Auch allgemeinmedizinische Erkrankungen, bestimmte Medikamente, eine beeinträchtigte Knochenheilung oder weitere individuelle Risikofaktoren können Einfluss auf die Wahl des Implantationszeitpunktes haben.

Das bedeutet nicht automatisch, dass grundsätzlich keine Implantatversorgung möglich ist. Häufig ist lediglich ein anderes Vorgehen oder ein späterer Zeitpunkt medizinisch sinnvoller.



Welche Rolle spielen Rauchen und Allgemeinerkrankungen?

Vor jeder Implantation wird auch die allgemeine gesundheitliche Situation berücksichtigt.

Bestimmte Erkrankungen oder Medikamente können Einfluss auf Wundheilung, Knochenstoffwechsel oder Infektionsrisiko haben. Auch Rauchen kann die Heilungsbedingungen ungünstig beeinflussen.

Deshalb sollten Medikamente, Vorerkrankungen und weitere Risikofaktoren im Vorgespräch vollständig angegeben werden. Nur so lässt sich beurteilen, welches Behandlungskonzept für die individuelle Situation sinnvoll ist.

Weitere Informationen dazu finden Sie ebenfalls in unserem Beitrag zur Voruntersuchung vor einem Zahnimplantat .



Wie läuft eine Sofortimplantation ab?

Der genaue Ablauf hängt immer von der individuellen Situation ab. Typischerweise umfasst die Behandlung mehrere Schritte.

Zunächst wird der betroffene Zahn möglichst schonend entfernt. Anschließend wird das Zahnfach sorgfältig gereinigt und der vorhandene Knochen beurteilt.

Sind die Voraussetzungen für die geplante Sofortimplantation gegeben, wird das Implantat dreidimensional an der vorgesehenen Position in den Kiefer eingesetzt. Dabei muss eine ausreichende Stabilität erreicht werden.

Je nach Befund können zusätzlich Maßnahmen zum Erhalt oder Aufbau des Knochens und des Weichgewebes erfolgen. Danach wird entschieden, wie die Stelle während der Einheilphase versorgt wird.

In den folgenden Wochen und Monaten wird kontrolliert, wie Implantat und Gewebe heilen. Erst wenn die Voraussetzungen dafür gegeben sind, erfolgt die endgültige prothetische Versorgung.



Wie lange dauert die Heilung nach einer Sofortimplantation?

Auch ein sofort eingesetztes Implantat benötigt Zeit, um fest mit dem umgebenden Knochen zu verbinden.

Die Sofortimplantation verkürzt deshalb nicht die biologische Einheilung des Implantats. Sie kann jedoch einen zusätzlichen chirurgischen Behandlungsschritt vermeiden, weil Zahnentfernung und Implantation kombiniert werden.

Wie lange die Einheilphase im individuellen Fall dauert, hängt unter anderem von der Implantatposition, der Knochenqualität, möglichen zusätzlichen Maßnahmen und der geplanten Versorgung ab.

Regelmäßige Kontrollen während dieser Zeit sind wichtig.



Ist eine Sofortimplantation besser als eine spätere Implantation?

Nicht grundsätzlich.

Die Sofortimplantation ist eine von mehreren möglichen Strategien nach einer Zahnentfernung. Ein früherer oder späterer Implantationszeitpunkt kann in einer anderen Ausgangssituation die sicherere oder sinnvollere Lösung sein.

Die Entscheidung sollte deshalb nicht danach getroffen werden, welches Verfahren am schnellsten klingt. Entscheidend ist, welches Vorgehen unter den individuellen anatomischen und gesundheitlichen Voraussetzungen eine langfristig stabile Versorgung erwarten lässt.

Genau deshalb gibt es keinen Implantationszeitpunkt, der für alle Patientinnen und Patienten gleichermaßen optimal ist.



Was passiert, wenn eine geplante Sofortimplantation während des Eingriffs doch nicht möglich ist?

Auch bei sorgfältiger Planung kann sich die tatsächliche Situation manchmal erst nach der Entfernung des Zahnes vollständig beurteilen lassen.

Zeigt sich beispielsweise ein größerer Knochendefekt als erwartet oder lässt sich das Implantat nicht ausreichend stabil verankern, kann entschieden werden, die Implantation nicht unmittelbar durchzuführen.

In diesem Fall kann zunächst die Heilung des Zahnfaches abgewartet oder ein Knochenaufbau vorgenommen werden. Das Implantat wird anschließend zu einem geeigneteren Zeitpunkt eingesetzt.

Das ist kein Scheitern der Behandlung, sondern eine Anpassung des Vorgehens an die tatsächliche medizinische Situation.



Wie wird entschieden, ob eine Sofortimplantation für mich geeignet ist?

Vor der Behandlung werden Mundsituation, Zahn, Zahnfleisch, Kieferknochen und der geplante spätere Zahnersatz untersucht.

Auch die allgemeine Gesundheit, Medikamente und mögliche Risikofaktoren werden berücksichtigt. Röntgenaufnahmen und bei entsprechender Fragestellung eine 3D-Diagnostik können die Planung ergänzen.

Wichtig ist außerdem die Frage, warum der Zahn entfernt werden muss und wie viel gesunder Knochen nach der Entfernung voraussichtlich zur Verfügung steht.

Aus diesen Informationen entsteht ein individueller Behandlungsplan.



Sofortimplantation in der Potsdam Oralchirurgie

Sofortimplantationen gehören zu den möglichen Behandlungskonzepten der Implantologie in der Potsdam Oralchirurgie .

Ob eine sofortige Implantation sinnvoll ist, entscheiden wir nicht allein anhand des Wunsches nach einer möglichst schnellen Versorgung. Im Mittelpunkt stehen die anatomischen Voraussetzungen, die sichere Positionierung des Implantats und das langfristige Behandlungsergebnis.

Dazu gehören eine sorgfältige Diagnostik, eine möglichst schonende Zahnentfernung und die individuelle Beurteilung des vorhandenen Knochens und Weichgewebes.

Wenn eine Sofortimplantation medizinisch nicht sinnvoll ist, besprechen wir mit Ihnen, welche Alternative und welcher Implantationszeitpunkt für Ihre Situation infrage kommen.

Mehr über Zahnimplantate und mögliche Versorgungskonzepte erfahren Sie unter Zahnimplantate sowie in unserem Ratgeber „Feste Zähne durch Implantate – was ist heute möglich?“ .



Fazit: Sofort implantieren – aber nur, wenn die Voraussetzungen stimmen

Eine Sofortimplantation kann eine moderne Möglichkeit sein, Zahnentfernung und Implantation in einem Eingriff miteinander zu verbinden. Sie kann Behandlungsschritte reduzieren und in geeigneten Situationen Vorteile für den Erhalt der vorhandenen Strukturen bieten.

Sie ist jedoch keine Standardlösung für jede Zahnlücke. Entscheidend sind insbesondere die vorhandene Knochenstruktur, die Möglichkeit einer stabilen Implantatverankerung, die Gesundheit des umliegenden Gewebes und die geplante spätere Versorgung.

Deshalb gilt auch bei der Sofortimplantation: Nicht der schnellste Behandlungsweg ist automatisch der beste – sondern derjenige, der langfristig zur individuellen Situation passt.

Häufige Fragen zur Sofortimplantation

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Kann bei mir der Zahn gezogen und das Implantat direkt eingesetzt werden?

Das kann möglich sein, lässt sich aber erst nach einer sorgfältigen Untersuchung beurteilen. Entscheidend sind unter anderem der vorhandene Kieferknochen, der Zustand des Zahnfaches, das umliegende Gewebe und die Frage, ob das Implantat an der geplanten Position ausreichend stabil verankert werden kann. Nicht jede Zahnentfernung eignet sich deshalb für eine Sofortimplantation.

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Bekomme ich bei einer Sofortimplantation auch sofort einen festen Zahn?

Nicht automatisch. Eine Sofortimplantation bedeutet zunächst nur, dass das Implantat direkt nach der Zahnentfernung eingesetzt wird. Ob darauf auch sofort eine provisorische Krone oder eine andere Versorgung befestigt werden kann, hängt unter anderem von der Stabilität des Implantats, der Position im Mund und der Bisssituation ab. Sofortimplantation und Sofortversorgung sind daher zwei unterschiedliche Dinge.

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Wann kommt eine Sofortimplantation für mich eher nicht infrage?

Eine Sofortimplantation kann ungeeignet sein, wenn das Implantat nicht ausreichend stabil verankert werden kann, größere Knochendefekte vorhanden sind oder die anatomischen Verhältnisse keine günstige Implantatposition erlauben. Auch bestimmte gesundheitliche Faktoren können bei der Entscheidung eine Rolle spielen. In solchen Fällen kann ein späterer Implantationszeitpunkt die sinnvollere Lösung sein.

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Kann ich trotz Entzündung oder Zyste eine Sofortimplantation bekommen?

Eine Entzündung bedeutet nicht automatisch, dass eine Sofortimplantation ausgeschlossen ist. Entscheidend sind Ausmaß und Lage der Entzündung sowie der Zustand von Knochen und Gewebe nach der Zahnentfernung. Das betroffene Gewebe muss sorgfältig entfernt werden können und das Implantat muss trotzdem sicher verankert werden können. Bei ungünstigen Verhältnissen ist es oft sinnvoller, die Region zunächst abheilen zu lassen.

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Brauche ich vor einer Sofortimplantation immer eine 3D-Aufnahme?

Nein. Eine 3D-Aufnahme ist nicht bei jeder Sofortimplantation automatisch erforderlich. Sie kann jedoch sinnvoll sein, wenn das Knochenangebot, wichtige anatomische Strukturen oder die mögliche Implantatposition genauer beurteilt werden müssen. Ob eine DVT-Aufnahme notwendig ist, wird anhand der individuellen Situation entschieden.

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Was passiert, wenn sich beim Zahnziehen zeigt, dass eine Sofortimplantation doch nicht möglich ist?

Manchmal lässt sich die tatsächliche Situation erst nach der Entfernung des Zahnes vollständig beurteilen. Zeigt sich zum Beispiel ein größerer Knochendefekt oder kann das Implantat nicht ausreichend stabil eingesetzt werden, wird auf die Sofortimplantation verzichtet. Je nach Befund kann das Zahnfach zunächst heilen oder ein Knochenaufbau durchgeführt werden. Das Implantat wird dann zu einem späteren Zeitpunkt eingesetzt.

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Muss ich bei einer Sofortimplantation im Frontzahnbereich ohne Zahn herumlaufen?

Nicht zwangsläufig. Gerade im sichtbaren Frontzahnbereich wird bereits vor dem Eingriff geplant, wie die Zahnlücke während der Heilungsphase versorgt werden kann. Je nach Stabilität des Implantats kann eine provisorische Versorgung direkt am Implantat möglich sein. Wenn das nicht sinnvoll ist, stehen andere provisorische Lösungen zur Verfügung, damit die Lücke möglichst unauffällig überbrückt werden kann.

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Tut eine Sofortimplantation mehr weh als eine normale Implantation?

Eine Sofortimplantation bedeutet nicht automatisch stärkere Beschwerden. Zahnentfernung und Implantation finden dabei in einem Eingriff statt. Nach der Behandlung können vorübergehend Schmerzen, Schwellung oder leichte Blutungen auftreten. Wie stark diese ausfallen, hängt unter anderem vom Umfang des Eingriffs, der Ausgangssituation und möglichen zusätzlichen Maßnahmen wie einem Knochenaufbau ab.

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Ist eine Sofortimplantation genauso sicher wie eine spätere Implantation?

Bei sorgfältig ausgewählten Patientinnen und Patienten und günstigen anatomischen Voraussetzungen kann eine Sofortimplantation sehr gute und langfristig stabile Ergebnisse erzielen. Sie ist jedoch technisch anspruchsvoll und nicht für jede Situation geeignet. Entscheidend ist deshalb nicht, möglichst schnell zu implantieren, sondern den Implantationszeitpunkt zu wählen, der unter den individuellen Voraussetzungen die besten Bedingungen bietet.

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Wann bekomme ich nach einer Sofortimplantation meine endgültige Krone?

Auch ein sofort eingesetztes Implantat benötigt Zeit, um sicher in den Knochen einzuheilen. Wann die endgültige Krone eingesetzt werden kann, hängt von der individuellen Heilung, der Stabilität des Implantats, der behandelten Region und der geplanten Versorgung ab. Eine eventuell vorhandene provisorische Krone ist deshalb nicht automatisch bereits die endgültige Versorgung.

Dr. med. dent. Zsuzsa Dudás

Autorin des Beitrags

Dr. med. dent. Zsuzsa Dudás

Dr. med. dent. Zsuzsa Dudás ist Fachzahnärztin für Oralchirurgie in Potsdam. Ihr Schwerpunkt liegt auf Implantologie, Knochenaufbauverfahren und operativer Zahnerhaltung. In der Praxis Potsdam Oralchirurgie behandelt sie chirurgische Fragestellungen mit moderner Diagnostik, darunter digitale 3D-Bildgebung (DVT), und legt besonderen Wert auf eine ruhige, verständliche Beratung. Ziel ist eine langfristig stabile und funktionelle Versorgung ihrer Patientinnen und Patienten.